Das Polstereibedarf-Online Magazin




 Zur Übersicht

Rosa Sofa mit Samtbezug

Samtene Möbelbezüge bringen Glanz und Glamour in Ihre Räumlichkeiten und fühlen sich wunderbar sanft an auf der Haut. Deshalb kommt der nobel anmutende Stoffklassiker auch bei der Fertigung von Kleidung zum Einsatz. In jedem Fall handelt es sich um einen äußerst hochwertigen und sehr empfindlichen Stoff, der einen speziellen Umgang erfordert. Dieser Beitrag verrät Ihnen, was Sie berücksichtigen müssen, wenn Sie Samt nähen und pflegen.

Samt nähen - das gilt es zu beachten

Samt ist die Sammelbezeichnung für Stoffe mit einer Florhöhe von bis zu drei Millimetern. Flor beschreibt in dem Zusammenhang die vielen kleinen und feinen Fädchen - sie machen den Stoff so einzigartig. Während zu früheren Zeiten vornehmlich Baumwolle, Viskose und Seide als Grundmaterialien für Samt dienten, wird Letzterer heutzutage häufig synthetisch hergestellt, etwa aus Polyester. Je nach spezieller Fertigungsart entstehen unterschiedliche Samtarten, beispielsweise Pannesamt (flachgepresster Flor), Schusssamt (Flornoppen am Kettfaden) und Samt Velours (bei Velours ist der Flor etwas länger als bei Samt).

Samt Möbelstoff MOHAIR LOOK MoosEdler Samt Velours Möbelstoff Heiro Luxus Azur mit FleckschutzMicrofaser Pannesamt Möbelstoff Ghost Bordeaux mit Textilrücken

Ähnlich wie Tierfell hat diese Stoffart eine Strichrichtung. Diese ist enorm wichtig, wenn Sie Samt nähen. Schon beim Zuschnitt spielt sie eine große Rolle: Schneiden Sie mit dem Strich von oben nach unten. Die Strichrichtung ermitteln Sie, indem Sie mit flacher Hand parallel zur Webkante über den Stoff streichen. In welche Richtung legt sich der Stoff am leichtesten, also widerstandslos, glatt? Sträuben sich die Härchen, streichen Sie gegen den Strich.

Hinweis: Sämtliche Schnittteile eines Kleidungsstückes oder sonstigen Textils sollten Sie mit derselben Strichrichtung zuschneiden - im Idealfall immer mit dem Strich von oben nach unten.

Auch wenn Sie Samt nähen, sollten Sie stets in die Strichrichtung arbeiten. Darüber hinaus empfiehlt es sich, eine feinere Nadel zu verwenden - Stärke 70 bis 80. Durch den Flor neigt Samtstoff beim Nähen dazu, zu verrutschen. Um dies zu verhindern, brauchen Sie ihn bloß zu fixieren. Hier stehen zwei Varianten zur Verfügung:

a) Stecknadeln quer zur Nahtlinie stecken.

b) Stoffteile zu beiden Seiten der angezeichneten Naht aufeinander heften und dann in der Mitte nähen - auf diese Weise erzielen Sie ein exaktes, schönes Ergebnis.

Ein Tipp zum Annähen von Knopflöchern auf Samtstoffe: Nähen Sie auf beiden Stoffseiten (Ober- und Unterseite) ein kleines Stück Organza mit an und schneiden Sie dieses danach bis zur Naht zurück. So stellen Sie sicher, dass das Knopfloch präzise sitzt und sich weder verzieht noch ausfranst. Um das Organzastück nicht als Fremdkörper erscheinen zu lassen, wählen Sie eine Farbe, die zum Ton des samtenen Stoffs passt.

Samt bügeln - geht das?

An und für sich ist es möglich, Samt zu bügeln - allerdings nur unter Einhaltung einiger gewisser Vorsichtsmaßnahmen:

  • lieber wenig und kurz bügeln
  • immer von links (Innenseite)
  • nur mit geringfügigem Druck
  • samtene Unterlage nutzen

Tipp zur Unterlage: Legen Sie diese mit dem Flor nach oben, sodass beide Stoffe rechts auf rechts liegen (also Härchen auf Härchen). Die Härchen greifen ineinander und werden nicht flachgebügelt.

Lassen Sie das Bügeleisen sanft über den Samtstoff gleiten. In Abhängigkeit vom konkreten Material sollten Sie eine bestimmte Temperatur einstellen, wenn Sie den Samt gebügelt haben wollen: Seidensamt und Pannesamt vertragen lediglich ein warmes Eisen. Demgegenüber hält Baumwollsamt auch großer Hitze stand. Bügeln Sie nicht mit Dampf, sondern greifen Sie stattdessen auf ein feuchtes Baumwolltuch zurück.

Samt pflegen - so behält der Stoff seinen Glanz

Samt ist nicht waschmaschinengeeignet. Bringen Sie Ihre kostbaren Möbelstoffe oder Ihre anderen samtenen Textilien in die professionelle Reinigung. Möchten Sie Ihren Samt selbst pflegen, kommt nur Handwäsche infrage.

Kurze Anleitung zur Handwäsche von Samt:

  • 1. Schritt: Samtenes Textil in maximal 25 Grad warmem Wasser mit etwas Feinwaschmittel einweichen.
  • 2. Schritt: Vorsichtig auswaschen.
  • 3. Schritt: In ein Frottiertuch einwickeln.
  • 4. Schritt: Das Wasser behutsam herausdrücken.

Reiben und Wringen ist dabei zu vermeiden. Samtene Textilien haben auch im Wäschetrockner nichts zu suchen!

Um Samt so zu pflegen, dass der Stoff über viele Jahre intakt bleibt, dürfen Sie den Stoff bei der Lagerung nicht zusammenfalten. Ansonsten entstehen irreversible Brüche. Hängen Sie Kleidungsstücke aus Samt also auf. Tipp: Wenn Sie Ihr Samtkleid(ungsstück) mit auf Reisen nehmen wollen, legen Sie es nach innen zusammen (mit der rechten Seite) und geben Seidenpapier dazwischen. Knitterfalten werden Sie los, indem Sie das samtene Textil in feucht-warmer Luft aufhängen (etwa im Wäschekeller oder über einer Badewanne, die mit heißem Wasser gefüllt ist).

Samt - ein besonderer Stoff mit speziellen Anforderungen

Bis ins späte Mittelalter war Samt nur Adeligen vorbehalten - heute kann sich jeder etwas Schönes aus dem Stoff zaubern oder gönnen. Doch bedenken Sie, dass Samt ein besonders empfindliches Material ist, das bei unsachgemäßer Behandlung leicht Schaden nimmt. Am besten befolgen Sie die Hinweise und Tipps dieses Ratgebers. Dann werden Sie sicher lange Freude mit Ihrem Samtsofa, Überwurf oder sonstigen Textilien aus dem edel anmutenden Stoff haben!

Bildquelle: ©iStock.com - KatarzynaBialasiewicz

 

Nach oben