Das Polstereibedarf-Online Magazin




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Patchwork - "Flickwerk" bezeichnet ursprünglich die rund zwei Jahrtausende alte Kunst, aus unterschiedlichen Woll- oder Stoffresten neue Gebrauchstextilien wie Teppiche, Wandbehänge, Kissenhüllen oder Decken herzustellen. Patchwork als Einrichtungsstil bezieht Fassaden und Interieur ein und basiert auf dem gleichen Grundprinzip "Aus Alt mach Neu" oder besser: "Flicken" Sie eine einzigartige Wohnwelt aus Gebrauchtem, Geerbtem, Geschenktem und Neuem zusammen! Ein gutes Händchen beim Zusammentragen von Interieur und Wohnaccessoires sowie ein geschultes Auge für Farben verleihen diesem Einrichtungsstil hohe Wertigkeit und ausdrucksstarke Individualität.

Willkommen im Reich der Farben - die richtigen Töne für harmonisches Patchwork-Ambiente treffen

Anders als viele andere moderne Einrichtungsstile unterliegt der Patchwork-Stil keinerlei Farbdiktat: Vom quietschebunten bis zum zart pastelligen Farbkonzept ist erlaubt, was gefällt. Aber: Was farblich scheinbar wie zufällig zusammengewürfelt erscheint, soll sich als harmonisches "Gesamtkunstwerk" präsentieren. Ins Farbkonzept passen müssen Wandfassaden, Interieur und Wohnaccessoires. Als Orientierung für Unsichere hilft ein Blick auf die Gesetze der Farblehre, Stichwort: Komplementärfarbe.

Komplementärfarben sind die Farben, welche sich im RGB-Kreis, einem Darstellungsmodell aus der Optik - genau gegenüberliegen. Komplementärfarben verstärken ihre Leuchtkraft gegenseitig, ohne zu disharmonieren - beispielsweise Gelb und Blau. Die Farbe Blau kann nun mehr als 50 unterschiedliche Nuancen annehmen - man denke an Kornblumen- oder Babyblau, Windsor- oder Königsblau, Schwarzblau, Zwetschgenblau, Türkis, Neonblau und so weiter. Entsprechend verschiebt sich die komplementäre Farbnuance. Ambitionierte Hobby-Designer verfeinern ihr Farbgefühl auf einem Streifzug durch die Welt von Pantone, einem global angewandten System zur Farbabstimmung. Allein im Farbspektrum für Innenarchitektur und Heimtextilien sind bei Pantone rund 2100 Farbnuancen vertreten.

Patchworkstil - hohes Integrationspotential für Erbstücke

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war es trendy, älteren Holzmöbeln wie Schränken, Tischen oder Stühlen kurzerhand ein farbiges Lack-Finish zu verleihen, bevor sie in einen modernen Wohnkontext eingepasst wurden. Ein übereiltes DIY-Vorgehen, das weder Sachwert noch Oberflächenstruktur des farblich aufgepeppten Möbelstücks berücksichtigte, hat dabei so mancher Antiquitätenbesitzer bereut: Nicht alle hölzernen Möbelstücke gewinnen durch einen Farbkick an Charme hinzu.

Besonders bei Antiquitäten aus älteren Stilepochen wie dem Barock (circa 1600 - 1720), Louis Seize (circa 1760-1790), Biedermeier (circa 1815-1848), Jugendstil (1890-1920) oder Art Deco (circa 1920-1940) ist Achtsamkeit geboten. Hier ist die Meinung eines Experten gefragt: Er wird in der Regel dazu raten, das Holz fachgerecht aufzuarbeiten und in weitgehend naturbelassenem Zustand mit neuer Polsterung aufzustellen. Der Kontrast zu modernen Objekten ist beim Patchworkstil erwünscht und natürlicher Bestandteil der Einrichtungsphilosophie. Jüngeren Erbstücken oder Flohmarktfunden wie Kommoden, Tischen oder Stühlen - gern in den organischen Formen der 1950er und 1960er Jahre - wird durch einen Farbanstrich indes meist erfolgreich zu neuer Ästhetik verholfen.

Patchworkstoffe - frische Gewänder für älteres Interieur

Bei Patchwork Kissen, Patchwork Teppich oder Patchwork Sessel sind kleine Muster aus der geometrischen oder der floralen Formenwelt beliebt. Die Muster dürfen als Bezugsstoff auch für Sitzbänke oder Stühle nach Belieben gemixt werden mit großgemusterten oder unifarbenen Stoffen. Ob Ton-in-Ton oder belebt durch harte Kontraste ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Alle Patchworkstoffe sind aus hautfreundlichen Kunstfasern gefertigt und überzeugen mit hoher Strapazierfähigkeit.

Tipp: Übergardinen, passend zum Bezugsstoff von Kissen und/oder einem oder mehreren Möbelstücken sorgen für heimelige Gemütlichkeit. Der Patchworkstil lässt viel Raum zur kreativen Eigeninterpretation. Für ein Plus an Authentizität hier einige Anregungen für stilgerechte handgearbeitete Deko-Accessoires:

  • Mobiles mit bunten Motiven aus Steingut, Fimo oder Tonkarton
  • Bilder- und Spiegelrahmen sowie Aufbewahrungsboxen in Scrapbook-Technik
  • Origami-Figuren zur Akzentuierung von unifarbenen Wandfassaden

Patchworkstil lebt vom Mut zum Mix

Charakteristisch für den Patchworkstil ist ein Möbel-Potpourri, gern aus unterschiedlichen Stilepochen entlehnt und in frischen Patchwork-Designs aufgearbeitet. Haben Sie beim Mischen von Farben ein stimmiges Farbkonzept vor Augen, so bereitet die Auswahl der Muster keine Probleme, denn: von klein oder größer gemusterten Blumen-, Ornament- oder Geo-Designs bis zu unifarbenen Stoffen mit unterschiedlicher Struktur gibt es Patchworkstoffe in Hülle und Fülle für jeden Geschmack. Ein mit Liebe zum Detail kreierter Patchworkstil schafft ein warmes, gemütliches Wohn-Ambiente. Eine Vermischung mit Elementen des Landhausstils oder des Shabby-Chic bringt besondere Helligkeit ins Spiel.

Bildquelle: ©iStock/JacquesPALUT

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