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Das Polstereibedarf-Online Magazin


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Rauchmelder mindern das Brandrisiko.Das Testen der Entflammbarkeit ist eines der wichtigsten Testverfahren in der Polstermöbelindustrie, weil davon im Falle eines Feuers die Sicherheit entscheidend abhängt. Es wurde statistisch bewiesen, dass die Hauptursache für den Tod durch Feuer direkt mit dem plötzlichen Entzünden von Polstermöbeln und Textilien in Verbindung steht, sodass es nur vernünftig ist, ausreichende Normen für die Entflammbarkeit zu haben. Das Entflammbarkeitsverhalten kann in der Herstellungsphase vom der Möbelstoffweberei verbessert werden, diese Polsterstoffe sind aber auch dementsprechend teurer.

Der nötige Schutz ist wichtig

Normalentflammbarkeit“ bzw. „Schwerentflammbarkeit“ sind Bezeichnungen für das Brandverhalten eines Baustoffes der Klasse B2 bzw. B1 nach DIN 4102. Die Klassifizierung von Bauprodukten nach Bauordnung erfolgt durch das allgemeine bauaufsichtliche/baurechtliche Prüfzeugnis einer dafür anerkannten Prüfstelle oder in bestimmten Fällen auch durch die (allgemeine bauaufsichtliche) Zulassung (früher Prüfzeichen) des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt), Berlin. Bezugstoffe für Postermöbel (u.a. Kunstleder) sind keine Bauprodukte, folglich kann hierfür weder ein allgemeines bauaufsichtliches/baurechtliches Prüfzeugnis noch eine Zulassung erteilt werden.

Im deutschen Baurecht können aber z.T. für Raucherkinos, Bühnenräume oder andere Räume im Bereich von Versammlungsstätten Anforderungen an das Brandverhalten von Polstermöbeln oder Polstersitzen gestellt werden. Polstermöbel müssen dabei normalerweise die Anforderung an die Klasse Pb/Pc nach DIN 66084 „Klassifizierung des Brandverhaltens von Polsterverbunden“ erfüllen. Die aktuelle Prüfgrundlage für diese Beurteilung nach DIN 66084 ist die europäische Prüfnorm DIN EN 1021 Teil 1 und 2 „Möbel; Bewertung der Entzündbarkeit von Polstermöbeln.

Unglücklicherweise gibt es weltweit mehr als nur eine Norm zur Entflammbarkeit von Polstermöbeln oder Stoffen an vertikalen Oberflächen, die als die Norm angesehen werden könnte, und der Wildwuchs verschiedener international gültiger Normen zeigt die verschiedenen Annäherungsversuche an das Thema der Entflammbarkeit. Eine einzige Norm hat es geschafft, in der ganzen EU anerkannt zu werden, EN 1021 1+2, aber sie bezieht sich nur auf Tests mit Zigaretten und Streichhölzern.

Diese Informationen beschreiben einige der wichtigsten internationalen Normen und Testmethoden für Polster Möbelstoffe. Leider kann er kein abschließendes, umfassendes Dokument sein, aber hoffentlich einen besseren Einblick in die wichtigsten regionalen Unterschiede und die komplexe Bedeutung bieten, die das Testen der Entflammbarkeit bekommen hat.

PDF Dokument mit Erklärung der Prüfungsmethoden der Brandschutznormen!

Europäische Normen

EN 1021 1+2
Diese Norm gilt in der gesamten EU und untersucht die Reaktion eines Stoffes auf eine brennende Zigarette und eine Butanflamme (ein simuliertes Streichholz). Sie ersetzt eine Vielzahl nationaler Tests, einschließlich DIN 54342  1+2 in Deutschland und BS 5852: 1990 in Großbritannien.

Testmethoden
Ein Standard-Testmodell aus Stoff und Schaumstoff mit der Rückwand im rechten Winkel zum Boden simuliert einen Sessel. Die Zündquelle befindet sich während des Tests in diesem rechten Winkel und daher in ständigem Kontakt zu Lehne und Sitz. Vor dem Test wird das Modell mit Wasser getränkt.

EN 1021 - Teil 1
In Teil 1 des Tests wird eine brennende Zigarette in den Winkel des Testmodells gelegt und verglimmt in ihrer ganzen Länge. Nach 60 Minuten sollte der Stoff nicht glimmen oder brennen.

EN 1021 - Teil 2
Eine 35 mm hohe Butanflamme repräsentiert hier ein brennendes Streichholz und wird 15 Sekunden lang ebenfalls in den Winkel zwischen Lehne und Sitz des Testmodells gelegt. Nachdem die Flamme entfernt wurde, sollte innerhalb von 2 Minuten der Stoff nicht anfangen zu brennen.

Deutschland
In Deutschland werden Stoffe für Polstermöbel nach DIN 4102 getestet, die vom Deutschen Institut für Bautechnik eingeführt wurde.

DIN 4102 B2
Die Stoffprobe wird vertikal aufgehängt und 15 Sekunden lang an der Oberfläche und der Kante einer 20 mm hohen Flamme ausgesetzt. Auf der Probe sind Referenzlinien markiert, und die B2 Anforderung wird erfüllt, wenn die Spitze der Flamme bei jeder Probe die Referenzmarken innerhalb von 20 Sekunden nicht erreicht. 5 Proben werden getestet, wobei das sich darunter befindende Filterpapier darüber Aufschluß gibt, ob Flammrückstände heruntergetropft sind.

DIN 4102 B1
Dieser "Brandschacht-Test" genannte Test ist die am häufigsten durchgeführte und anspruchsvollste Testmethode in Deutschland, die die Reaktion auf Feuer misst, und ist die anspruchsvollste Entflammbarkeitsnorm des Landes für Polsterstoffe.

Die Bezeichnung Brandschacht bezieht sich auf die Testvorrichtung, die aus einem vertikalen Kamin mit quadratischem Querschnitt und einem Gasbrenner besteht. Vier Stoffproben sind vertikal in einem Halterahmen angeordnet und werden 10 Minuten lang den Flammen ausgesetzt. Gleichzeitig wird ein konstanter, einheitlicher Luftstrom von unten in den Brandschacht geblasen.

Beim Auswerten des Tests werden die Rauchgastemperatur und die mittlere Restlänge der Proben (der Teil, der nicht verbrannt ist) berücksichtigt. Um nach B1 klassifiziert zu werden, muß der getestete Stoff folgendes aufweisen:

  1. Eine mittlere Restlänge von nicht weniger als 150 mm, wobei keine Probe ganz verbrannt sein darf.
  2. Eine mittlere Rauchgastemperatur von weniger als 200oC.

DIN 75200 + ISO 3795

Diese deutsche Norm dient dazu, die Brenngeschwindigkeit von Werkstoffen, die im Insassenraum in Kraftfahrzeugen verwendet werden.

In einem Brennkasten wird ein waagerecht angeordneter, in einem U-förmigen Halterahmen eingespannter Probekörper (138 x 80 mm) der Einwirkung eines Brenners mit mäßiger Flammbeanspruchung über 15 Sekunden ausgesetzt. Es wird festgestellt, ob und wann die Flamme erlischt oder in welcher Zeit die Flammenfront eine zwischen zwei Meßmarken liegende Brennstrecke durchläuft.

Wegen der internationalen Verbreitung der Kraftfahrzeuge ist ein international einheitliches Prüfverfahren notwendig. Auf der Grundlage der DIN 75200 wurde die internationale Norm ISO 3795 erarbeitet. Diese Norm entspricht im wesentlichen der DIN 75200.

Brandschutzbestimmungen Deutschland

Privatsektor:

Keine gesetzlichen Vorschriften, empfohlen wird jedoch:
EN 1021-1 (Zigarettentest)

Objektsektor Restauration:

Gesetzliche Vorschriften: EN 1021-1, Zigarettentest.
Ist das Rauchen erlaubt, so muß der Bezug in der Regel DIN 4102 B1 erfüllen.

Büro:

Keine gesetzlichen Vorschriften, empfohlen wird jedoch:
EN 1021 1+2 oder DIN 4102 B2.

Hotel und Krankenhaus:

Keine gesetzlichen Vorschriften.
Die örtliche Brandschutzbehörde kann jedoch Anforderungen stellen und schreibt in der Regel DIN 4102 B1 oder B2 vor.

B1 muß in den meisten Fällen für Krankenhauszwecke erfüllt sein.

Autoinnenraum:

DIN 75200 oder ISO 3795

In besonderen Versammlungsstätten wie z.B. Fußballstadien können die Bauaufsichtsbehörden in Ausnahmefällen für die Sitzmöbel auch den Nachweis der Klasse B1 „schwerentflammbar“ fordern. Hier erfolgen Prüfung und Klassifizierung nach DIN 4102 Teil 1 „Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen“ für die Baustoffklasse B1 „schwerentflammbar“.

Brandschutzbestimmungen Österreich

Privatsektor:

Keine gesetzlichen Vorschriften.

Objektsektor Restauration:

Keine gesetzlichen Vorschriften, empfohlen wird jedoch:
ÖNORM 3800, Teil 1. ÖNORM 3825.

Bilquelle: ©iStock.com/IngaNielsen